Sexuell übertragbare Infektionen breiten sich in Deutschland seit Jahren deutlich aus – und Experten warnen, dass immer mehr Erreger gegen gängige Antibiotika resistent werden. Gesundheitsbehörden sprechen inzwischen von einem „stetig wachsenden Problem“, das längst alle Bevölkerungsgruppen betrifft.
Nach Angaben der Knappschaft und des STI‑Forschers Prof. Norbert Brockmeyer steigen die Fallzahlen von Chlamydien, Gonorrhoe (Tripper) und Syphilis seit Jahren kontinuierlich an, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Besonders die Gonorrhoe bereitet Sorge: Das Robert Koch‑Institut dokumentiert eine zunehmend kritische Resistenzlage bei den Erregern in Deutschland.
„Früh erkannt sind diese Infektionen gut behandelbar – doch genau hier entsteht das neue Problem“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme. Immer mehr Gonokokken‑Stämme sprechen nicht mehr auf Standard‑Antibiotika an, was die Therapie erschwert und im schlimmsten Fall zu schweren Komplikationen führen kann.
Mediziner warnen, dass unbehandelte oder therapieresistente Infektionen dauerhafte Schäden verursachen können – darunter Unfruchtbarkeit, chronische Entzündungen oder systemische Infektionen. In seltenen Fällen kann eine fortgeschrittene Gonorrhoe sogar lebensbedrohlich werden.
Die Behörden fordern deshalb mehr Prävention, niedrigschwellige Testangebote und eine bessere Aufklärung, um die Ausbreitung einzudämmen. Denn klar ist:
Geschlechtskrankheiten sind längst in Deutschland angekommen – und die zunehmenden Resistenzen machen sie gefährlicher als noch vor wenigen Jahren.
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Quellen:
Projekt #unverschaemt gegen STI‑Resistenzen – Knappschaft
MedEcon Ruhr – Bericht zu steigenden STI‑Zahlen und Resistenzen
RKI – Epidemiologie & Resistenzlage Gonorrhoe 2023/2024
RKI – Sexuell übertragbare Infektionen in Deutschland