Etwa 100.000 Menschen in Berlin nach knapp 5 Tagen wieder mit Elektrizität versorgt
Berlin. Fünf Tage lang war der Südwesten der Hauptstadt ein unfreiwilliges Experimentierfeld für das Leben ohne Strom. Rund 45.000 Haushalte – insgesamt etwa 100.000 Menschen – saßen seit dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal im Dunkeln. Am Mittwochnachmittag meldete Stromnetz Berlin schließlich: „Alle Haushalte wieder am Netz.“
Was sich nüchtern liest, war für viele Betroffene ein Ausnahmezustand:
Kein Licht, keine Heizung, kein warmes Wasser. Mobilfunk fiel großflächig aus, Ampeln blieben schwarz, Supermärkte schlossen, Pflegeeinrichtungen mussten mit Notstrom versorgt werden. In einigen Straßen war es so still, dass man den Schnee fallen hörte.
Die Ursache ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus; ein online kursierendes Bekennerschreiben wird geprüft. Klar ist: Die beschädigte Kabelbrücke war ein zentraler Knotenpunkt – ihr Ausfall führte zum längsten Stromausfall in Berlin seit 1945.
Während THW, Feuerwehr und Netztechniker Tag und Nacht arbeiteten, arrangierten sich die Menschen mit der Situation: Gasherd statt Elektroplatte, Kerzen statt Lampen, Powerbanks als neue Währung. Manche sprachen von „Nachbarschaftsromantik“, andere schlicht von „Kälte“.
Mit der Wiederherstellung der Versorgung endet ein Kapitel, das Berlin so schnell nicht vergessen wird. Und es wirft Fragen auf: nach Sicherheit, nach Infrastruktur – und nach der erstaunlichen Fragilität einer Stadt, die sonst nie schläft.
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